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Professor Dr. Horst Seibert |
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Letzte Änderung am 13.08.2025 20 Jahre Ruhestand in einem Hochtaunusdorfoder Über einen umtriebigen Arbeiter im Weinberg des Herrn
Die Eheleute Seibert lebten von 1999 bis 2019 in dem Ortsteil Gemünden der Großgemeinde Weilrod im Hochtaunuskreis. Sie bewohnten ein Fachwerkhaus, dessen Gebälk die Jahreszahl 1648 trägt und das im Hessischen Denkmalsbuch als schützenswertes Kulturgut geführt wird. In dieser Zeit beendete der Professor seine Arbeit an der Darmstädter Fachhochschule und seine Gastprofessur an der Theologischen Hochschule Friedensau (Sachsen-Anhalt), wo er den Sozialwesen-Fachbereich nach der Wende mitgegründet hatte, und engagierte sich in lokalen und nahräumlichen Initiativen: in der Freiwilligen Feuerwehr, im Diakonie-, im Männergesangs- und Geschichtsverein, in sehr häufigen kirchlichen Vertretungs- und Vakanzdiensten, auch in Kirchenkonzerten (als junger Mann hatte der Professor Stimmförderung und Gesangsunterricht erhalten). Hinzu kamen seit 2004 zwei Großprojekte: die Gründung der Landakademie Weilrod e.V. und eine sehr rasch populär werdende dorfkulturfördernde Konzertreihe. Für all seine Engagements wurde ihm der Ehrenbrief des Landes Hessen verliehen und eine Einladung des Bundespräsidenten zugestellt.
Das Großprojekt: die „Landakademie Weilrod e,V.“
2004: Mit einem kreativen Brainstorming zwischen Gemündener Nachbarn, dem damaligen Bürgermeister Weilrods Axel Bangert und Prof. Dr. Seibert, über mögliche „kulturelle Innovationen auf dem Lande“ begann die Geschichte der Landakademie Weilrod e.V., der bis dahin einzigen Landakademie in Hessen und der einzigen in Deutschland mit ausschließlich ehrenamtlich mitwirkenden Dozentinnen und Dozenten, Vorstandsmitgliedern und Vorsitzenden. Die Probeläufe seit 2005 im Gemündener Dorfgemeinschaftshaus als nicht-eingetragener Verein mit den Themen Gerontologie (= Alternswissenschaften) und Thanatologie (= Wissenschaftliches zu Tod, Trauer und Trösten) – bestehend aus Prof. Seiberts Hochschullehrmaterial und seinen aktuellen Anmerkungen - fanden so großen Zuspruch, dass 2007 die Eintragung ins Vereinsregister beim Amtsgericht Bad Homburg beantragt und vollzogen wurde; aus demselben Jahr resultiert – nach Prüfung der in Gemünden eingesetzten Lehrmaterialien – die Förderung durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst.
Das ministeriell befürwortete Konzept beruhte anfangs auf dem Engagement dreier Hochschullehrer im Ruhestand – neben Prof. Dr. Seibert: Prof. Dr. Winfried Noack (Theol. Hochschule Friedensau/Sachsen-Anhalt) und Rolf Beyer Dr. h.c. mult. (u.a. Research Professor from the IBC, Cambridge). Das Themenangebot der Landakademie Weilrod unterschied sich von Anfang an von dem der anderen deutschen Landakademien: Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Gruppendynamik, Religionspsychologie, Musiktherapie, Anthropologie, Philosophische Entwürfe der Gegenwart, Zeit und Wirklichkeit u.v.a.: Später machten Vertreter der „Wirtschaftspaten“ mit, und die human- und sozialwissenschaftlichen Themenangebote wurden ergänzt durch betriebs- und wirtschaftswissenschaftliche wie Marketing, Unternehmensgründung, Markterschließung u.ä. Alles in allem: Erwachsenenbildung der besonderen Art; neben den Sachthemen spielte und spielt das soziale und psychologische Vermittlungswissen eine große Rolle: Einführungen in Beratung und Kommunikation gehörten zum Seminar- und Vorlesungsstandard – ebenso wie der Rückbezug auf ethische Fragestellungen. Seit 2012 gab es auch Fernstudien im großen Angebotsspektrum der Landakademie: Gerontologie und Thanatologie – Sozialtherapie – Religionspsychologische Beratung – Kommunikation in Grenz- und Krisensituationen. Alle Fernstudien wurden verfasst von Prof. Seibert.
Besondere Höhepunkte im Weilroder Landakademie-Angebot waren auch die wissenschaftlich begleiteten Exkursionen, z.B. nach Amorbach, Berlin, zur Burg Frankenstein, zum Darmstädter Jugendstil, zum Felsenmeer (Odenwald), nach Magdeburg, Michelstadt, zu den Klöstern Eberbach, Jerichow und Lorsch, nach Oppenheim, Potsdam, zu den Schlössern Auerbach, Erbach und Heiligenberg, nach Tangermünde, Weimar, Wittenberg, Worms u.a.m.
Der Trägerverein hatte alsbald rund hundert Mitglieder. Vorsitzende: Bürgermeister Axel Bangert (bis 2015), Bürgermeister Götz Esser (bis 2020) und das Mitglied des Deutschen Bundestags Markus Koob (ab 2021).
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